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Die erste Ausstellung

Schülerinnen und Schüler machen (sich) ein Bild von der Euregio. Ein Fotoprojekt begleitet den Bewerbungsprozess zur europäischen Kulturhauptstadt 2018.

„Coole Orte – blöde Orte“, unter dieser Headline fotografieren Schülerinnen und Schüler der Europaschule Langerwehe seit einigen Monaten ihren Alltag und ihre Lebenswelt. „Traumwelten montiert“ heißt ein entsprechendes Projekt des Gymnasiums am Turmhof, Mechernich – hier beschäftigen sich die Schüler mit anspruchsvollen Techniken der digitalen Bildbearbeitung. In der Hauptschule Schleiden hat man „Symbole für Heimat“ zum Motto gemacht: Hier entstehen Fotos, die vom traditionellen Heimatbild weitgehend unbeeinflusst sind.

„Welche Möglichkeiten haben Kinder, ihre Umwelt zu verändern?“ – mit solchen Fragen setzt sich die Fotogruppe der Waldschule Eschweiler unter dem Stichwort „Traumorte“ auseinander: Es entstehen Fotos die, durch Malstifte und Collagenelemente komplettiert, einen eindrucksvollen Blick in den kreativen Kosmos der Kinder erlauben.

Beitrag zur euregionalen Bildsprache

Die Genannten gehören zu den Fotogruppen, die am Fotoprojekt FOKUS 2018 beteiligt sind – mehr als 200 Schülerinnen und Schüler aus zehn Schulen in Stadt und Städteregion Aachen und in den Kreisen Euskirchen, Düren und Heinsberg.

Auslöser für die Projektidee war die Bewerbung Maastrichts und der Euregio um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2018. Wie sehen die Bilder aus, die Kinder und Jugendliche von unserer Region im Kopf haben? – so lautete die Grundfrage. „Mit dem Fotoprojekt wollen wir Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre eigene Lebenswirklichkeit zu visualisieren und dabei en passant einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der euregionalen Bildsprache leisten, die sich abseits von historisierenden und romantisierenden Landschafts- und Kirchenbildern bewegt“, so Manfred Bausch, stellvertretender Geschäftsführer des Projektträgers REGIO Aachen e.V. Die Projektleitung liegt beim Bildungswerk Carolus Magnus e.V. in der Bleiberger Fabrik, unterstützt wird das Vorhaben mit Mitteln aus dem NRW-Programm Regionale Kulturpolitik.

Begleitung durch Profis

Begleitet werden die im vergangenen Jahr gestarteten Fotoinitiativen jeweils von professionellen Fotografen oder Fotokünstlern, wobei die Arbeit mit den Schülergruppen möglichst kontinuierlich bis ins Jahr 2018 fortgeführt werden soll.

Die Aachener Fotografin Anette Berns arbeitet seit einigen Monaten mit Schülerinnen und Schülern der Realschule Heinsberg zusammen, die jeweils einen fotografischen „Brief an einen fernen Freund“ komponieren. „Zwei Dinge muss man hervorheben“, sagt Berns. „Die Kinder sind hoch motiviert und mit viel Eifer und Hingabe bei der Sache. Und sie haben ein natürliches Gefühl für die Gestaltung von Fotos. Schon nach einer kurzen Anleitung können sie beurteilen, ob und weshalb beispielsweise ein Porträt gelungen ist.“ Die von Anette Berns begleiteten Schüler besuchen und porträtieren sich gegenseitig – bei Kenan muss die Fahne seines Lieblingsvereins Bayern München mit aufs Foto, während sich Svenja im vollen Ornat eines Tanzmariechens präsentiert.

Die Ergebnisse der ersten Projektphase wurden am ersten Oktoberwochenende in einer Ausstellung in der Aachener Aula Carolina gezeigt – Bilder, die viel Witz, Charme und Überraschungen bereit halten: in der Tat neue und eigene Akzente in der Wahrnehmung der Euregio als Lebenswelt.

Geplant ist, die Bilder der Kinder im Rhythmus von zwei Jahren öffentlich zu zeigen und die Gruppen im Laufe des Projekts stärker zusammenzuführen. „Es wäre schön“, so Sibylle Keupen, „wenn wir 2018 eine engagierte Gruppe junger Fotografinnen und Fotografen zusammen hätten, die die Kulturhauptstadt begleiten würden.“

Der künstlerische Leiter des Unternehmens, Winfried Kock, hat noch viele neue Ideen im Gepäck, um diesen Prozess zu begleiten und weitere spannende Akzente mit dem Team der Fotografinnen und Fotografen Miriam Schmalen, Marcus Hofmann, Jennifer Rumbach, Doro Flatau, Katja Mummert  und Annette Berns umzusetzen.

Autoren: Ralf Schröder (Regio Kulturzettel) & Sibylle Keupen (Leiterin der Bleiberger Fabrik)
Fotos: Winfried Kock, www.winfriedkock.de

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