Einblicke in die Arbeit der Jugendkunstschule im Verwaltungsgebäude Mozartstraße

Erstmalig veranstaltete die Jugendkunstschule eine Ausstellung mit den Werken der Kinder und Jugendlichen aus Kursen, Workshops und Projekten. Als Ausstellungsort wählten die Verantwortlichen das Verwaltungsgebäude Mozartstraße, wo das Dezernat Bildung und Kultur, Schule, Jugend und Sport beheimatet ist. Der ideale Ort für eine große Präsentation, da hier neben dem Fachpublikum viele Familien ein- und ausgehen.

Die Jugendkunstschule in der Bleiberger Fabrik fördert Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit mittels kultureller Bildung. Hierzu werden vielfältige Zugänge an unterschiedlichen Orten und über ganz verschiedene Menschen geschaffen. Kultur- und Bildungsorte sind im Einzelnen nicht austauschbar, ebenso wenig wie ihre Akteure. Sie verfügen über ein besonderes Potenzial bestimmte Zielgruppen anzusprechen und zur Teilnahme zu motivieren.

In der Ausstellung wurden Werke aus dem klassischen Kursbetrieb für Kinder von 4-12 Jahren, neben Werken von Jugendlichen aus der Gemeinschaftshauptschule Burtscheid und der Abendrealschule gezeigt. In sehr unterschiedlicher Weise haben sich die jungen Künstler mit dem Thema ZEIT auseinandergesetzt und dokumentierten eindrücklich die vielfältige Arbeitsweise der Jugendkunstschule.

Kulturelle Bildungspraxis ermöglicht Selbst-Bildung mit und in den Künsten. Dabei spielen die Künstler als Katalysatoren des schöpferischen Prozesses eine zentrale Rolle. Dies tun sie seit vielen Jahren mit nicht nachlassender Begeisterung für die Kreativität der Kinder. Susanne Grossegger, Vera Sous und Winfried Kock sind der Bleiberger Fabrik seit über 20 Jahren treu und haben in dieser Zeit unzählige Kinder und Jugendliche begleitet. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in der Ausstellung gezeigt.

Die Themen der künstlerischen Auseinandersetzung orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen und beziehen persönliche Interessen, aktuell relevante Themen und Fragestellungen der zukünftigen Lebensgestaltung mit ein. Mit der Themenstellung ZEIT haben die beteiligten Kinder und Jugendlichen gezeigt, wie sie dieses Thema auf dem Hintergrund ihrer Lebenswelt deuten.

Die Schülerinnen der Gemeinschaftshauptschule Burtscheid schufen auf Papier, das mit Tee auf alt getrimmt und mit Federn beschrieben wurde, eindrucksvolle Vanitas-Kultobjekte, die das Vergangene und Vergehende zum Thema machen.

Die Verschiedenheit und die Individualität der Jugendlichen werden in der künstlerischen Arbeit wertgeschätzt, gefördert und bilden die Grundlage des gemeinsamen künstlerischen Prozesses. Eine Kultur der Offenheit – für unterschiedliche kulturelle, soziale oder religiöse Hintergründe, für die Bedürfnisse der beiden Geschlechter und unterschiedlicher Altersgruppen steht im Mittelpunkt der Arbeit. Besonders die Fotografien der Schüler aus der Abendrealschule spiegelten eindrücklich die kulturelle Diversität der teilnehmenden Gruppe und zeigten eine breite Palette an Sichtweisen, Interpretationen und Lebensgefühlen.

Passend zur Eröffnung der Kinderausstellung durften die anwesenden Künstler mit der Abteilungsleiterin Elke Münich einen riesigen Kuchen anschneiden, der das Motiv der Einladungskarte trug.  Kinder und Erwachsene waren beeindruckt von der Dichte der Bilder und der Vielfalt der gezeigten Arbeiten.

Autor: Sibylle Keupen, Leiterin der Einrichtung
Fotos: David Schwalbach

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