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Aufsuchende Jugendkulturarbeit im Bürgerpark Moltkebahnhof

Das Projekt »Kinderzukunftshäuser« startete 2010 mit den Osterwerkwochen in der Bleiberger Fabrik. Kinder allen Alters schufen mit Studierenden Entwürfe ihrer Traumhäuser – von UFOartigen Zukunftsgebilden über freischwebende Baumhäuser bis hin zu verspiegelten Lounges mit schrägen Wänden. Auf der Grundlage dieser Zusammenarbeit ist ein temporärer Bau als Kunstraum mit Persönlichkeit erwachsen, der auf dem Schulgelände der Maria Montessori Gesamtschule und des angrenzenden Moltkeparks Gestalt angenommen hat.

Mit der Eröffnung des Kreativhauses am 25. Oktober 2014 ist ein ungewöhnlicher Bau an einem besonderen Ort entstanden, der den Kindern und Jugendlichen einen Platz bietet, an dem sie sich frei entfalten können. Auch wenn am Tag der Eröffnung zahlreiche VertreterInnen und UnterstützerInnen aus der Politik, der Schule, den Jugendorganisationen und von weiteren Projektpartnern zu Wort kamen, so standen die jungen Nutzerinnen und Nutzer im Fokus des Geschehens. Das Haus wird sich in der kommenden Zeit erst zu dem entwickeln, was die kreativen Köpfe damit vorhaben. Mit bunten Graffitis wurde bereits das Revier markiert.

Dass dort reichlich Potenzial vorzufinden ist, bewiesen bereits zahlreiche Kinder und Jugendliche in den Planungsjahren des Kreativhauses. Immer wieder konnten zahlreiche aktivierende Workshops für die Kinder und Jugendliche vor Ort angeboten werden. Die Schulgebäude, der Moltkepark und zwischenzeitlich ein Luftzelt dienten als vorläufiger Ersatz für das Kreativhaus. Begleitend zu der Aufstellung des Hauses konnten in den Herbstferien 2014 die bis dahin mannigfaltigsten Workshop-Angebote gemacht werden. Zwei Wochen lang konnten die zukünftigen NutzerInnen des Hauses zwischen Kursen
wie Hip Hop- und Streetdance, Bodyjuggling, einem Video und einem Audio Workshop wählen oder gar mehrfach Kurse kostenlos besuchen. Die Regie und die Inhalte der Kurse bestimmen die BesucherInnen unter Anleitung von DozentInnen selber. Vor allem diese Koordination und die Absprachen in den Teams sind persönlichkeit- und teambildende Elemente.

Wer sich handwerklich ausprobieren wollte, konnte beim Guerilla Knitting, Möbelbau für das Haus oder bei einem Bildhauerei Workshop einiges lernen und eigene Ideen einbringen. So wurden die Jugendlichen mit Angeboten der kulturellen Bildung vertraut gemacht und in den Prozess der kreativen Aneignung, der sich Ihnen darbietenden Räume eingebunden. An dieser Schnittstelle soll in Zukunft weiter gearbeitet werden.

Das Kreativhaus als Raum stellt hier eine Besonderheit dar: Der Raum als Arbeitsumgebung und Rahmen des kreativen Schaffens darf nicht ablenken und einengen, deswegen wurde auf bunte Wände und ausgefallene Konstruktionen verzichtet. Es wurde stattdessen nach Ausgewogenheit und Ruhe in der architektonischen Gestaltung und gleichzeitiger Wandlungsfähigkeit gesucht – nach der Möglichkeit für Gruppen- und Einzelarbeit, für kreatives Wildsein sowie konzentrierte Stille, nach etwas das Große wie Kleine anspricht, nach einem Raum, in dem man sich sowohl im Sommer als auch im Winter aufhalten kann. Kurz: ein Ort mit Persönlichkeit, der in jeder Hinsicht viel Platz schenkt, zu SEIN.

Schon vor dem Bau des Kreativhauses wurde sich der Molle durch Kinder und Jugendliche aus den umliegenden, teils sozial sehr unterschiedlichen Vierteln als Spiel- und Aufenthaltsort angeeignet. Der temporäre Bau des Kreativhauses bietet die Chance im Sinne der aufsuchenden Jugendarbeit sich ebenfalls dort anzusiedeln, wo potenzielle NutzerInnen sich wohl zu fühlen scheinen. Der Platz zwischen Schulgelände und Moltkebahnhof ist ein solcher. Dort können wir den NutzerInnen Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen, indem wir ihnen mit dem kulturellen Angebot den Rahmen für die Begegnung und das gemeinsame kreative Arbeiten im öffentlichen Raum anbieten.

Wir wünschen uns, dass wir auch im Jahr 2015 zahlreiche Unterstützung bekommen, damit das Kreativhaus für die Kinder und Jugendliche erhalten bleiben kann. Da dies nicht zuletzt auch an finanzielle Mittel gekoppelt ist, laden wir Sie recht herzlich zu einem Benefizkonzert der Band Lagerfeuer-Trio in der Aula der Gesamtschule am 06.02.2015 ein.

Ab März 2015 soll das Kreativhaus von Gruppen, KünstlerInnen und Einrichtungen rund um den Bürgerpark aktiv genutzt werden. Sofern auch sie kurzoder langfristigen Ideen zur Nutzung haben, sprechen sie uns an. Bei kostenpflichtigen Kursen ziehen wir eine Mietgebühr ein, ansonsten kann das Kreativhaus kostenlos genutzt werden.

Weitere Informationen über aktuelle Workshop-Angebote oder allgemeine Entwicklungen rund um das Kreativhaus finden Sie unter www.bleiberger.de/kreativhaus.

Autorin: Sibille Schulte-Barendorf
Fotos: Thomas Langens, www.thomas-langens.de

Kooperationspartner & Dank an: