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Jugendkunstschule Auf den Spuren europäischer Kultur in Montpellier und Riga

In diesem Jahr haben wir uns mit der Jugendkunstschule in der Bleiberger Fabrik auf die Spuren europäischer Kultur begeben und gemeinsam mit Jugendlichen aus Montpellier/Frankreich und Riga/Lettland spannende Kunstprojekte realisiert.

Im Juni sind wir mit einer Gruppe von SchülerInnen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule nach Montpellier gefahren, um dort Kunstprojekte mit dem
Themenschwerpunkt „Body in Space“ zu realisieren. Die Installation von menschlichen Körpern im öffentlichen Raum schuf in einer einfachen Weise Kontakt zwischen den deutschen und französischen Jugendlichen und bot spielerisch neue Zugänge zur Raumaneignung in einem fremden Land.

So dienten die Ausflüge zu den Städten der Umgebung nicht nur der Besichtigung regionaler Besonderheiten, geschichtsträchtiger Orte oder ganz allgemein
der kulturellen Bildung. Nein; mit dem Auftrag „Bodys in Space“ zu arrangieren, sollten die SchülerInnen kleinen Raum ausfüllen, große Räume „belegen“ oder ganz eigene Ideen umsetzen. Durch dieses gemeinsame, sportliche Ziel wurde das Gemeinschaftsgefühl in der jeweiligen zusammentreffenden Gruppe gestärkt. Die Aufträge und Absprachen untereinander dienten dem künstlerischen Zweck. Es entstanden Fotos, in denen man den Spaß der Zusammenarbeit unmittelbar nachempfinden kann und in denen die Nationalität keine Rolle mehr spielt.

Das Konzept ist aufgegangen: Nach anfänglichen „Berührungsängsten“ installierte sich die Gruppe in wechselnden Kombinationen an öffentlichen Plätzen, im Museum Fabre und zu guter Letzt bei der Heimreise im Zug. Begleitet wurde die Gruppe von Hilke Buck und Sibylle Keupen, in Montpellier unterstützte uns der französische Fotograf Jason Girard. In den Herbstferien fand in Riga der erste lettischdeutsche Jugendkulturaustausch des Jugendkunstschulnetzwerks „arts4all“ statt. Unter dem Thema „Walls and bridges – Was ich liebe, was ich hasse“ kamen in vier Workshops jeweils 12 Jugendliche aus NRW (Münster und Aachen) und Riga, der europäischen Kulturhauptstadt 2014, zusammen. Ziel war es, gemeinsam grenzüberschreitende Beiträge zur Jugendkunstausstellung „Stories of today“ in Riga zu entwickeln und so einen besonderen Akzent aus Sicht der Jugendlichen zweier Länder zum Kulturhauptstadtprogramm zu setzen.

Das Programm wurde gemeinsam durch die gemeinnützige LAG Kulturpädagogische Dienste (LKD) e.V., die lettische Nationalbibliothek und vier Jugendkunstschulen aus Lettland und NRW: die Bleiberger Fabrik (Aachen) und dem Kreativ-Haus e.V. (Münster), die Bolderaja-Musik- und Kunstschule und die Mara Muizniece Kunstschule in Riga angeboten.

Vier KünstlerInnen arbeiteten in unterschiedlichen Workshops mit den Jugendlichen und stellten ihre Werke im Rahmen der Kulturhauptstadt Programm in der neuen Nationalbibliothek aus. Beteiligt waren Christian Kayser, ein Aachener Produktdesigner im Bereich Möbel/Graphik. Er arbeitete unter dem Titel: „Ein guter Plan ist die Grundlage für ein gutes Ergebnis“. Weiter beteiligt war Iveta Laure, eine Umweltkünstlerin aus Riga. Mittels zeitgenössische Kunst und Medien lud sie die Jugendlichen ein zu einem Schablonen- und Graffiti-Workshop mit dem Titel: „Was ich liebe, was ich hasse …“. Silvija Apine aus Riga ist Keramikerin und betreibt Ethnographisches Gestalten. Sie berührte das Kunsträtsel: „Wer bist du und wie kannst du das erklären?“.

Julia Arztmann aus Münster/Telgte, schuf mittels Textilkunst und Skulpturenbau eine textile Skulptur aus einem Fundus mit unterschiedlichsten Stoffen: Vom kitschig-bunten Baumwollstoff über edlen Samt bis hin zum klinisch-glatten Kunstleder konnte alles vernäht und weich gefüllt werden.

Autorin: Sibylle Keupen
Fotos: Hilke Buck

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