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Die Jugendkunstschule der Bleiberger Fabrik arbeitet am „world-wide-wool.net“

Kunst goes Industriegeschichte: An der Jugendkunstschule in der Bleiberger Fabrik läuft seit dem Sommer 2012 das Kunstprojekt „world-wide-wool.net“, dass Schulpartnerschaften, Workshops und eine Ausstellung umfasst. Das Vorhaben fußt auf der Wollroute, ein bereits länger bestehendes Netzwerk, das grenzüberschreitend die Geschichte der einst äußerst bedeutenden Tuchindustrie in der heutigen Euregio Maas-Rhein aufarbeitet und vermittelt. Zentrale Orte der Route sind Aachen, Eupen, Euskirchen, Monschau, Vaals und Verviers. „Wir finden die Idee reizvoll, eine junge und vielleicht auch ein wenig freche Kunstform mit dem historischen Fundus der Textilindustrie in Dialog zu bringen“, sagt Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik.

Gestartet ist das Wollprojekt mit drei Workshops, die in Kooperation mit dem KuKuK e.V. stattfanden, der belgisch-deutschen Kunstinitiative im ehemaligen deutschen Zollhaus an der Hauptstraße zwischen Eupen und Aachen. Je 12 Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren konnten sich dazu anmelden.

„Textile Installationen und Skulpturen“ waren dort das Thema der Künstlerinnen Monika Nordhausen und A.M. Can, die mit den Jugendlichen den Grenzübergang und dessen unmittelbare Umgebung mit Wollfäden veränderten und umgarnten. „Zero ist rund“ hieß der Workshop von Maren Dubnick, ebenfalls bildende Künstlerin, in dem mit Wickel- und Spultechniken runde Formen aus textilen Materialien neu entstanden. „Fotografien besticken“ lautete der Titel von Miriam Schmalens Workshop. Die Lichtbildnerin zeigte den beteiligten Jugendlichen wie man Muster, Typografisches und Figürliches in Fotos hineinstickt und damit die Orte der Wollroute in Porträts und Landschaftsaufnahmen wortwörtlich miteinander verknüpft. Die Ergebnisse der drei Workshops wurden in einer beeindruckenden Ausstellung „world-wide-wool.net“ im KuKuK gezeigt.

Mit der Ausstellung startete die zweite Phase des Projekts, an der sich Schulen aus Euskirchen, Niederzier, Stolberg, Alsdorf und Aachen beteiligen. Neben den bereits erwähnten Kunstdozenten sind jetzt zusätzlich Benjamin Fleig, Patricia Yasmine Graf und Guido Kreiten im Boot. Erneut geht es um Kunstobjekte und Installationen, die textile Materialien nutzen, darüber hinaus aber auch um Tanz, Performance und ähnliche Aktionen. Die Arbeiten aus dieser Projektphase sollen im Frühjahr 2013 an verschiedenen Orten der Wollroute präsentiert bzw. aufgeführt werden. Unterstützt wird das Projekt mit Mitteln des NRW-Förderprogramms Regionale Kulturpolitik und privaten Sponsoren wie Prym und Görg & Görg.

„Für die Schüler ist die Begegnung mit den basalen Kulturtechniken rund um das Textil-Thema eine Herausforderung“, sagt Sibylle Keupen. „Viele können nicht stricken oder nähen, zudem ist Ausdauer gefragt. Es ist aber für uns aber sehr deutlich geworden, dass in dem Thema viel Potenzial drin steckt.“ Für die Zukunft denken die Initiatoren an Ausweitungen für das Projekt – etwa inhaltlich auf den Gesichtspunkt „Wasser“, an generationenübergreifende Aspekte oder auch an eine stärkere Betonung des grenzüberschreitenden Gedankens. > world-wide-wool.net

Autor: Ralf Schröder (Regio Kulturzettel)
Fotos: Miriam Schmalen, www.lovinwayne.de

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