Woolconnection-Menschen strickend in Verbindung bringen

Posted on Jul 4, 2017

 

Mit einem bunten Wollkorb lud die Bleiberger Fabrik Menschen im Ferberpark ein, gemeinsam zu stricken, ins Gespräch zu kommen und sich auf diese Wiese zu verbinden. In vielen Städten finden sich immer mehr Beispiele für Guerilla-Knitting, so entstand die Idee zu dem sozialkünstlerischen Projekt Woolconnection.

Parks sind Orte, an denen Menschen, unabhängig von Alter und Herkunft, zusammenkommen. Auf gut besuchten Spielplätzen oder Stellen mit Sitzbänken sind die Menschen offen für Begegnungen und neue Erfahrungen. Öffentliche Parks bieten Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft eine hohe Aufenthaltsqualität und kosten keinen Eintritt. Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik und Mitinitiatorin des Projektes, zeigte sich begeistert von der Idee: „Hier kommen Jung und Alt mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten ganz unkompliziert zusammen und lernen sich spielerisch kennen und das hat heute selbst bei Regen funktioniert.“

In den Parks der Stadt Aachen und bei Festen soll in diesem Sommer ein bunter Wollkorb Menschen einladen, ohne viele Worte hineinzugreifen, aktiv zu werden und in Kommunikation zu treten. Unter Anleitung kann sehr schnell gemeinsam geflochten, gewickelt (Pompons können schnell erlernt werden, ohne Stricken und häkeln zu können) oder an einfachen Stricksachen, die schon angefangen vorliegen, weiter gestrickt werden. Beim gemeinsamen Arbeiten und Ausprobieren kommen die Menschen unkompliziert ins Gespräch, lachen miteinander, lernen sich kennen, knüpfen Kontakte, bauen Vorurteile ab. Kommunikation und Kunst im öffentlichen Raum entsteht auf spielerische Weise.

Rund um den Wollkorb sollen in den nächsten drei Monaten viele Oasen der Ruhe im Getriebe der großen Städte entstehen. Der Wollkorb bietet Raum für eine kleine Auszeit und ein Experiment, sich auf etwas Neues einzulassen und neue Kontakte zu knüpfen, Wolle hat etwas Verbindendes, Traditionsreiches und wird von jedem Mensch direkt ohne sprachliche Hürden verstanden. Hier können die Mitwirkenden innehalten und ins Gespräch kommen, neue Techniken lernen und in der teilweise monotonen und meditativen Arbeit die Seele baumeln lassen. Besonders in einer Zeit, die immer hektischer und schneller wird, bietet der mobile Wollkorb einen analogen Ankerplatz, wo die Hände mit allen Sinnen gefragt sind. Ob Groß oder Klein, jeder kann sich mit seinen individuellen Fähigkeiten einbringen und beteiligen. Ältere können den Jüngeren zeigen, wie man handarbeitet, oft haben Frauen aus anderen Ländern noch viel mehr handarbeitliche Fähigkeiten, als Frauen aus unserem Kulturkreis. Besonders Senioren verfügen über ein breites Spektrum an traditionellem Wissen und Fertigkeiten, die sie gerne weitergeben und sich darüber wieder in die Gesellschaft einbringen können.

Die entstandenen Teile dürfen von den Kindern und Jugendlichen mit nach Hause genommen oder vor Ort in die Bäume platziert werden. Die gestrickten Teile verbleiben im Park selbst als Urban Knitting oder Strick Graffiti. Trotz des Regens machten sich einige Familien interessiert auf den Weg und konnten am Sonntagabend bei strahlendem Sonnenschein die

ersten Ergebnisse ihrer Arbeit bewundern. Am Spielplatz im Ferberpark hat sich eine Wollschlange verirrt, die nun auf das nächste Strickevent im Ferberpark hinweist.

Bis zum Ende des Sommer erwarten die Organisatorinnen viele kleine Strickspuren in den Parks der Stadt.

Der Wollkorb ist an folgenden Terminen unterwegs:

SO, 09.07.17

Multikultifest im Kennedypark

SA, 21.07.17 AB 15 UHR

Frankenberger Park

FR, 28.07.17 AB 15 UHR

Park hinter dem Ludwig Forum

SA, 29.07.17 AB 15 UHR

Westpark

SO, 25.08.17 AB 15 UHR

Ferber Park

SO, 27.08.17 AB 11 UHR

Alleenfest im

Frankenberger Viertel

SA, 09.09.17 AB 14 UHR

KulturFestWest im Westpark

FR, 22.09.17 AB 16.30 UHR

Frankenberger Park

FR, 23.09.2017 AB 15 UHR

Kennedy Park

SA, 30.09.17

Fest am Kreativhaus

im Moltkepark

Woolconnection

Fotos (vlnr): 02.07.2017 Woolconnection im Ferberpark mit den Initiatorinnen: Sibylle Keupen und Ute Fernau und dem Wollsponsor Martin Görg.

 

 

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