Plakataktion des Frauennetzwerkes setzt deutliches Zeichen zum 25-jährigen Jubiläum

Posted on Nov 20, 2018

„Eine Klarstellung, eine Mahnung und eine Forderung“

Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar. Diese unmissverständliche Aussage bringt das Frauennetzwerk in der StädteRegion Aachen großformatig an die öffentliche Wand. Genauer gesagt an sechs Plakatwände in der StädteRegion (Alsdorf,Würselen, Herzogenrath, Stolberg, Simmerath und Eschweiler) und auf 80 citylights in Aachen Stadt.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Frauennetzwerkes Aachen, das sich 1993 gründete und zunächst aus 34 Institutionen aus den Bereichen Wirtschaft, Beratung, Qualifizierung, Gesellschaftspolitik und Soziales bestand, trafen sich am Freitag, den 16. November 2018 fünf Frauen des Netzwerkes, um das Aufhängen des Plakates der Kölner Fotografin Bettina Flitner zu begleiten. Die Plakatwandaktion der Kölner Initiative „Die Würde von Frauen und Mädchen ist unantastbar“ war genau die aussagekräftige und ästhetisch ansprechende Form der Öffentlichkeitsarbeit, die sich die Frauen aus Aachen und der Region für ihr Jubiläum vorstellten.

„Gegen diesen Grundsatz wird täglich und überall verstoßen“, so die Vorsitzende des Frauennetzwerkes Sibylle Keupen während der Pressekonferenz, die in Alsdorf auf der B 57, bei einstelliger Temperatur, auf dem Radweg stehend, stattfand und nicht zuletzt etwas vom Kampfgeist dieser Frauen wiederspiegelte. „Das zeigt die aktuelle Diskussion über Alltagssexismus eindeutig“, so Keupen weiter.

Kein leichtes Aufspringen auf die „Metoo“-Debatte, kein schneller „Aufmerksamkeit-erhaschen-Effekt“, sondern eine Aktion zum Jubiläum die deutlich zeigt: Hier ruht sich niemand auf den Lorbeeren aus. Und davon gibt es reichlich. Das Frauennetzwerk kann in den letzten 25 Jahren auf viele Erfolge zurückblicken. Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen prägten und veränderten gar die öffentliche Wahrnehmung für Frauenthemen in der lokalen Gesellschaft. Das Frauennetzwerk leistete und leistet wertvolle Beiträge zum städteregionalen Diskurs über mehr Gleichberechtigung. Und zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ trifft sich seit 2003 der Runde Tisch des Netzwerkes mit Jugendämtern, Rechtsanwält*innen und Ärzt*innen, Frauenhäusern, Polizei und Frauenberatungsstellen. Es wird die Finanzierung des Opferschutzes sichergestellt, es wurde ein Leitfaden für Ärzt*innen, häusliche Gewalt macht krank – Diagnostik und Beratung bei von Gewalt betroffenen Frauen“ vom Runden Tisch verfasst. Und und und. Wer sich umfassend informieren möchte, sollte die Broschüre zum Jubiläum auf jeden Fall lesen. Eine geschichtliche Aufarbeitung erster Güte.

„Eine Klarstellung, eine Mahnung und eine Forderung“ so die Vorsitzende unisono mit ihren Mitstreiterinnen an diesem Tag, Silke Tamm-Kanj, Renate Walraff, Loni Finke und Frau Prof. Dr. Edeltraud Vomberg.  „Das es für Frauen immer noch nicht selbstverständlich ist, ohne verdeckte und ohne offene Gewalt oder Gewaltandrohung leben zu können, ist nicht aktzeptabel und der Kampf dagegen umso wichtiger“, sagt Frau Prof. Dr. Vomberg und weist zudem auf die gegenwärtige politische Lage, die trotz der Errungenschaften der Frauenbewegung und des Frauennetzwerkes in der StädteRegion kein Ausruhen auf den Lorbeeren zulässt.

Auch wenn die Gewalt gegen Frauen heute immer noch nicht verschwunden ist, wird das Thema zumindest mehr als früher als Menschenrechtsverletzung wahrgenommen und bekämpft.  Gemäß dem Wahlspruch der ersten Stunde – gemeinsam sind wir stark! wird das Frauennetzwerk in den kommenden Jahrzehnten für die Gleichstellung der Frau in der StädteRegion Aachen und somit in unserer Gesellschaft weiterkämpfen. Mit Verstand, Herz und ganz großer Beharrlichkeit.

Bettina Mennen