Der Archimedische Sandkasten wird abgebaut

„Alle Akteure, die an diesem großartigen Projekt beteiligt sind, schaffen es – im vierten Jahr schon eine Tradition – Kinder und Familien auf den Katschhof zu bringen, die tollste Kulisse Aachen“, schwärmt Susanne Schwier, Beigeordnete der Stadt Aachen für Bildung, Kultur, Schule, Jugend und Sport. Gemeint sind damit natürlich der Archimedische Sandkasten und die Archimedische Werkstatt im Rahmen der städtischen Ferienspiele, die an diesem Wochenende (Sonntag, 4. August) nach fast drei Wochen schon wieder zu Ende gehen. Dass das Projekt auch im kommenden Jahr an den Start geht, ist für die Beigeordnete klar: „Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir so ein tolles Projekt nicht weiterführen würden.“  

Buddeln im Sandkasten, hämmern, schrauben und sägen in der Werkstatt 

Während der Sandkasten mit seinen Schippen, Schaufeln, Baggern und der feine Spielsand eher die ganz Kleinen anziehen, ist die Werkstatt die Attraktion für die älteren Kinder und Jugendlichen. „Die Werkstatt ist das Archimedische an dem Gesamtprojekt“, erläutert Projektleiterin Dr. Jutta Göricke aus dem Fachbereich Presse und Marketing. In der Werkstatt entstanden ist in diesem Jahr ein Labyrinth, in dem es dank verschiedener Installationen rappelt, baumelt, trommelt. Da werden alte Waschmaschinentrommeln zu Krachmachgeräten, Plastikrohre zum Xylophon umfunktioniert. Der Irrgarten war schnell auch ein Anziehungspunkt für alle Besucherinnen und Besucher des Katschhof, bei dem angefasst, bewegt und probiert werden durfte.  

Für Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, die die Ferienspielwerkstatt jedes Jahr für die Stadt organisiert und betreut, kein Wunder: „Es ist das Interaktive, sowohl in der Werkstatt beim Bau, aber auch im Labyrinth, das begeistert.“ Das dies möglich ist, liegt auch am Material: „Das ist übrigens auch regional“, so Keupen. Dank des Serviceclubs Round Table 58 Aachen wurden Kontakte zu vielen Unternehmen geknüpft, die dann auch Teile aus der Automobilzulieferbranche und vieles mehr zur Verfügung stellten, an das man „so gar nicht dran käme“, so Keupen.  

Als weiterer städtischer Akteur ist alljährlich der Aachener Stadtbetrieb mit im Boot: Nachdem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 160 laufenden Metern Fichtenbalken, 200 Schlossschrauben, wasserdurchlässigem Flies und 150 Tonnen Sand dieses Highlight des Aachener Sommers schaffen, es über drei Wochen pflegen und reinigen, haben sie nun die traurige Aufgabe, den Sandkasten am kommenden Montag ab zu bauen und für Herbst und Winter ein zu motten. „Ohne den Stadtbetrieb wäre dies hier nicht möglich“, so Göricke. 

Ein Experiment auf dem wichtigsten Platz der Stadt 

Vorerst nicht eingemottet wird der Irrgarten: Rolf Deubner von Deubner Baumaschinen transportiert ihn in Einzelteilen nach Aachen-Brand, wo er bei den dortigen Werkwochen noch größer werden soll. Deubner, der nicht nur kostenlos den Transport organisiert, sondern auch unentgeltlich Container zur Verfügung stellt oder das Baumaterial anliefert, fühlt sich als Aachener dem Projekt eng verbunden: „Die Stadt stellt ihren wichtigsten Platz drei Wochen für ein Experiment zur Verfügung. Und es kommt immer so etwas Tolles dabei raus.“ Da schwingt auch etwas Lokalpatriotismus mit: „Wenn ich jetzt höre, dass das Labyrinth auch nach Maastricht geht, finde ich das schon toll, vor allem auch, weil viele Maastricht immer als tolles Beispiel hinstellen.“ 

Ausblick auf 2020 

Zum Abschluss des Sandkastens 2019 gab es auch schon einen kleinen Ausblick auf das kommende Jahr: „Das wird ganz im Zeichen des RWTH-Jubiläums stehen“, gibt Organisatorin Göricke die Richtung für 2020 vor. Und Sibylle Keupen ergänzt: „Wir möchten gerne das Interaktive beibehalten, aber auch wieder etwas größer werden mit dem Objekt, mehr in Richtung Skulptur.“ Es wird also auch 2020 spannend am Archimedischen Sandkasten, der für die ersten drei Sommerferienwochen geplant ist.   

Björn Gürtler 
Presse und Marketing der Stadt Aachen

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Danke Thomas Langens für die wunderbare Fotodokumentation.

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