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Kinderkunst mitten in der StadtEine Dombauhütte auf dem Katschhof begeistert nicht nur Kinder 

Im September 1978 zeichnete die UNESCO den Aachener Dom als erstes Bauwerk in Deutschland als Weltkulturerbe aus. Domkapitel und Stadt würdigen dies im Jubiläumsjahr auf vielfältige Weise und mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen. Da wollte der zum dritten Mal stattfindende Archimedische Sandkasten auf dem Katschhof in nichts nachstehen.  

So wurde aus der Archimedischen Werkstatt im Rahmen des Future Lab Aachen unter der Leitung der Bleiberger Fabrik eine „Dombauhütte“. Drei Sommerferienwochen lang setzten sich jeden Tag zwischen zehn und 30 Kinder ab zehn Jahren kreativ mit dem Dom und seiner Architektur auseinander.  

Im Mittelpunkt stand dabei ein Holzmodell eines Oktogons, das der Round Table 58 Aachen gesponsert und gebaut hatte. Um das Modell herum gestalteten die jugendlichen Nachwuchs-Baumeister*innen ihre Objekte und Skulpturen. Baumaterial waren, wie schon im Vorjahr, drei Meter lange Dachlatten. Diese hätten sich bewährt, erklärt Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, weil sie den Kindern und Jugendlichen viel Freiraum in der Gestaltung ließen. „Aufgrund ihrer Länge von drei Metern, die möglichst nicht gekürzt werden sollte, entsteht schnell Größe und damit eine Dynamik im Bauen.“  

Von den Ergebnissen war sie begeistert: „Es ist immer ein tolles Erlebnis, mit dieser Kinderkunstaktion auf diesem so zentralen und bedeutenden Platz in Aachen arbeiten zu dürfen. Kunst mitten in der Stadt, die Relevanz hat, das müsste es noch öfter geben.“ Immer wieder ergaben sich interessante Gespräche mit Aachener*innen und Besucher*innen, die wissen wollten, was da entsteht. „Etwa zwei Drittel haben die Struktur und den Bezug zum Dom erkannt“, berichtet Sibylle Keupen.  

Auch Christian Kayser, künstlerischer Leiter der diesjährigen Werkstatt, ist mehr als zufrieden mit den Kunstwerken der jungen Teilnehmer*innen. Durch das Thema „Dombauwerkstatt“ habe die Werkstatt, die Teil der städtischen Ferienspiele war, noch einmal eine neue Qualität bekommen. „Das Oktogonmodell dient als Anker, von dem alles, was gebaut worden ist, abgeht. Weil sich die Kinder und Jugendlichen stark von den Kapellen und der Architektur des Doms haben inspirieren lassen, können die meisten unserer Kunstwerke diesmal begangen werden.“  

In allen drei Wochen hatten die Kinder die Möglichkeit, bei einer Führung mit Dombaumeister Helmut Maintz einen Blick hinter die baulichen Kulissen des Weltkulturerbes zu werfen. Gerade in der ersten Woche hätten sie sich vom Dom, in dessen Schatten sie gewerkelt haben, seiner Architektur und besonders der Dachkonstruktion von Oktogon und Chorhalle inspirieren lassen, berichtet Christian Kayser. „Ab der zweiten Woche ging es dann auch darum, wie sich das Vorhandene mit eigenen Ideen fortführen ließ.“  

Helmut Maintz erläuterte ihnen die Entstehungsgeschichte von Aachens Wahrzeichen und nahm sie dahin mit, wo normale Dombesucher*innen nicht hinkommen. Er zeigte ihnen unter anderem, wie man früher ganz ohne Metermaß und Geodreieck Längen und Winkel bestimmte und was die Konstruktion der Kuppel des Oktogons und das Dach der Chorhalle stabil macht.  

Von der Archimedischen Werkstatt und der Idee, in diesem Jahr daraus eine „Dombauhütte“ zu machen, war er ebenso begeistert wie von den Bauwerken der jungen Baumeister*innen. „Wenn man gut guckt, sieht man darin Ähnlichkeiten zur Nikolaus- oder zur Karlskapelle. Es ist schön, dass die Kinder das machen und sich damit beschäftigen. Irgendwer muss sich ja in Zukunft um Bauwerke wie unseren Dom kümmern und sie erhalten“, erklärt er. 

Neben dem Round Table 58 wurde die Dombauhütte von der Firma Baumaschinen Deubner, Holz Korr, Holzhandel Scherf und Hit Markt Sütterlin tatkräftig unterstützt. „Ohne die Unterstützung der vielen Sponsoren, wäre ein solches Projekt nicht möglich“, betonte Sibylle Keupen zum Abschluss. 

 Vielen Dank an: 

  • Berndt Deubner Baumaschinen und -gerät 
  • Korr Tischlerhandwerk 
  • Manfred Scherf Holzfachhandel 
  • HIT Handelsgruppe 
  • Databay 
  • Handwerkskammer Aachen 
  • Round Table 58 

(Text: Anna-Marie Thomas / Foto: Lieke Walecki)