Unsichtbares sichtbar machen

Posted on Sep 20, 2018

Das Oktogon leuchtet nun auf dem Schulhof des KKG

Es ist ein Mammutprojekt, es ist eine große Herausforderung, es dauert an und es verbindet Menschen von jung bis alt. Das Oktogon, das im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum „40 Jahre UNESCO Weltkulturerbe“ von dem Architekten Frank Medefindt angefertigt wurde und im Rahmen der „Archimedischen Werkstatt goes Kleine Dombauhütte“ von Kindern und Jugendlichen unter der Leitung der Bleiberger Fabrik drei Wochen auf dem Katschhof mit Kreativität und handwerklichem Geschick weiterentwickelt wurde, steht nun im Schulhof des Kaiser-Karl-Gymnasiums.

Verändert, anders, weiß strahlend und einladend. Denn: das Projekt zum 40jährigen Jubiläum wurde fortgesetzt. Nicht in der Öffentlichkeit auf dem Katschhof, aber im Rahmen einer jahrgangsübergreifenden Projektwoche für Schülerinnen und Schüler des KKG.

Die Kunstlehrerinnen des KKG, Myriam Neuenhaus und Birgit Sieverding berichten unisono: „Es gab von Anfang zwei Kerngedanken. Unsichtbares sichtbar machen! Der Quellgrund, auf dem das Oktogon des Doms steht, findet sich in den kleinen, begrünten Teichen des jetzigen neu gestalteten Boden des Oktogons wieder. Der atemberaubende Dachstuhl des Oktogons, ebenfalls zunächst unsichtbar, öffnet sich offen und licht dem Himmel zu.“

„Zunächst hatten wir keine Ahnung was mir machen sollten“, sagt Siraz Kader, einer der mitwirkenden Schüler des Kunstprojektes. „So ganz ohne Vorgaben war es eine große Herausforderung für uns, doch sehr schnell trugen wir unsere Ideen zusammen und es entstand ein spannendes Konzept“. „Wir wussten sehr schnell, dass wir mit Licht arbeiten wollten“, so Kunstlehrerin Birgit Sieverding und zeigt nicht ohne Stolz die Bilder des beleuchtenden Oktogons. Die weiße Farbe der inneren Lattenkonstruktion eignet sich besonders gut für eine Lichtinstallation und es entstand eine ästhetische Atmosphäre von Licht und Ruhe.

Das dieses Kunstprojekt fächerübergreifend ist, betont Schuldirektor Jürgen Bertram und wies auf das Konzept des Projektes hin. Mathematisch ist die acht die Verdoppelung der kleinsten Kubikzahl, religiös betrachtet verbindet sich das größte Ziel, das ein Mensch haben kann. In Babylon wohnt im achten Stock der Stufentürme die Gottheit. Deshalb ist die Acht zum Inbegriff für das Paradies geworden. So verbindet es Mathematik, Religion, Architektur, Philosophie, Kunst und Politik.

„Wir bringen es nicht übers Herz, es abzubauen und so wird es noch bis voraussichtlich 5. Oktober hier stehen bleiben. Auch die Ehemaligen sollen das im wahrsten Sinne des Wortes große Kunstprojekt bewundern dürfen, denn das Treffen findet in den nächsten Tagen statt.

Lauter zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten. Thomas Heiliger vom Round Table 58, der als Sponsor für die Grundlage des Prozesses sorgte und das Oktogon konzipierte und finanzierte, ist höchst beeindruckt und weiterhin motiviert, solch großartige Projekt gemeinsam mit der Bleiberber Fabrik zu unterstützen.

Interessenten können das Oktogon von Montag, 24. September bis Donnerstag 26. September, jeweils von 13.30-14:00 Uhr bei einer Führung durch die Schüler*innen kennenlernen. Besonders beeindruckend ist die Lichtinstallation ab 19:00 Uhr, der Schulhof bleibt deshalb bis 21:30 Uhr geöffnet (bis zum 28.09.2018).

An dieser Stelle verweisen wir auf die Ausstellung im Internationalen Zeitungsmuseum, die Bilder vom Projekt auf dem Katschhof ebenfalls anzuschauen. Die Ausstellung geht bis zum 30. September 2018.

Bettina Mennen