Now Reading
Workshop – Rechtsextremismus im 21. Jahrhundert: Psychosoziale Erklärungen und Gegenstrategien

Workshop – Rechtsextremismus im 21. Jahrhundert: Psychosoziale Erklärungen und Gegenstrategien

Der Workshop „Rechtsextremismus im 21. Jahrhundert: Psychosoziale Erklärungen und Gegenstrategien“ findet am Montag, den 27.04.2026 von 10:00 – 15:00 Uhr, in der Bleiberger Fabrik statt.

Die Welt erlebt aktuell einen deutlichen Rechtsruck: Rechtsextreme und autoritäre Bewegungen gewinnen weltweit an Einfluss. Polarisierung, Nationalismus und politische Akteure, die gezielt Ängste und Feindbilder mobilisieren, prägen zunehmend gesellschaftliche Debatten und befeuern Konflikte – bis hin zu Gewalt und Kriegen; auch der Erfolg der AfD ist Teil dieser Entwicklung.

Häufig beschreiben Analysen jedoch nur das Phänomen: Sie fokussieren auf Krisen, die rechte Akteure selbst als Begründung anführen – soziale Ungleichheit, wirtschaftliche Instabilität, Migration, Pandemie. Das ist wichtig, greift aber zu kurz. Selten wird die Frage gestellt, warum manche Menschen resilient auf Krisen reagieren, während andere autoritäre Aggression und Feindseligkeit entwickeln.
Dabei existiert eine lange Forschungstradition, die genau hier ansetzt. Demzufolge ist Rechtsextremismus immer zugleich ein politisches und ein psychosoziales Phänomen – die beiden Ebenen sind untrennbar miteinander verwoben.

Das Seminar beleuchtet diese Dynamiken aus politisch-psychologischer Perspektive und zeigt, wie individuelle Erfahrungen, gesellschaftliche Krisen und politische Mobilisierung zusammenwirken – sowie welche Ansätze Prävention und Demokratieförderung stärken können.

Der Workshop wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Kulturpädagogischer Dienste veranstaltet und von Dr. Alexander Yendell geleitet. Dr. Yendell ist Soziologe am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt der Universität Leipzig. Er forscht zu Rechtsextremismus, autoritären Einstellungen, Verschwörungsmentalität und den psychosozialen Grundlagen politischer Radikalisierung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Demokratievertrauen und sozial-ökologischer Transformation.